Befestigte Ortschaften
Persönlich finde ich die Spuren, die die Verteidigungsanstreungungen im 2.
Weltkrieg in Ortschaften hinterlassen haben, besonders spannend. Während durch
gewisse Städte Frontlinien vorausgesehen waren - Zürich oder Basel zum Beispiel
- wurden kleinere Ortschaften als eigentliche Widerstandsnester vorgesehen.
Die sog. Limmatstellung ist gut dokumentiert, so zum Beispiel bei Lüem,
Walter; Steigmeier, Andreas. Die Limmatstellung im Zweiten Weltkrieg. Mit
Beiträgen von Maurice Lovisa, Willy Marques, Martin Merki und Max Rudolf. 152
S., Abb. Baden 1997.
Kilchberg am Zürichsee wies auch eine Sperrlinie auf: Christian Rissi Die
Bunker in Kilchberg 41. Jahresblatt der Gemeinde Kilchberg
Nachstehend einige Beispiele von Befestigungen, die am Verschwinden begriffen
und nur noch knapp erkennbar sind:
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Bourrignon le Gy liegt auf einem Pass zwischen Delémont und dem Lucelletal. Das Bauerndorf war einst mit zahlreichen Truppenwerken versehen und befestigt, 1998 war noch eine Anlage sichtbar... |
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... ein Kampfstand mit Scharte nach vorne und hinten |
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Die Bunker am Bahnhof von St. Ursanne dürften wohl bekannt sein; weniger
bekannt ist, dass St. Ursanne selber an den Ortseingängen Strassenhindernisse
aufgewiesen hat. Dasjenige in der historischen Doubs-Brücke
(T 855) ist schon Ende 1986 aufgehoben und später
entfernt worden; am Westausgang des Städtchens sind noch überteerte Reste
(x) zu erkennen. * bezeichnet die ungefähre Lage von in Fels gehauenen
Mg-Ständen auf dem Burghügel. Die ADAB Publikation zeigt noch Reste des
Strassenhindernisses bei der historischen Doubs-Brücke
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Noch knapp erkennbar: Die überteerten Deckel des ehemaligen Strassenhindernisses T 854
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Herangezoomt: Schartenöffnung unter dem "x" |
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Kampfstand in den Fels gehauen |
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Cortaillod im Kanton Neuenburg ist eine fast geschlossene historische Siedlung; die Durchgänge zum Dorfkern waren mit Hindernissen versehen, die 1998 zum Teil noch erkennbar waren |
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Gruyères ist eine mittelalterliche Stadt- und Burganlage; im 2. Weltkrieg
wurde ein grosses Geländepanzerhindernis bis an den Stadthügel gezogen; die
Stadteingänge von Gruyère selber wurden ebenfalls mit Hindernissen versehen.
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2 weit auseinanderliegende Hindernisgenerationen... Runde Schachtdeckel zur Aufnahme von Sperrelementen (i.d.R. Eisenbahnschienen) am Nordwestlichen Tor (heute Nebentor) |
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Detailansicht |
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Auch am Südwesttor (heute Haupt-Zugangsstrasse) war ein Hindernis vorbereitet worden |
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Die Sperrstelle von Gruyères: Tankmauer; Wäldchen mit Infanteriewerk und im Hintergrund das Städtchen |
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Die Scharten des Infanteriewerkes. Der Eingang findet sich auf gleicher Ebene ca. 30 m seitlich versetzt |
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Basel weist ein System von mehreren, in die Tiefe gestaffelten
Verteidigungslinien auf: Eine erste liegt in Kleinbasel, eine zweite nutzt das
natürliche Hindernis des Rheins, eine dritte bezieht u.a. eine Eisenbahnlinie
mit ein.
Im September 2009 wurde offenbar das Sprengobjekt mittlere
Rheinbrücke geräumt. Dessen Existenz/Räumung provozierte ein lokales Aufrührchen
("Blick am Abend", 10.09.09). Allerdings berichtete eine Lokalzeitung schon 2001
von einer Räumung des Sprengobjekts mittlere Rheinbrücke.
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Kirche St. Johannis in Kleinbasel: Im Vorhof wurde ein Truppenwerk erstellt...
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Ansicht von der Hofseite: Vertikaleinstieg |
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Basel, Rheinufer, von der Wettsteinbrücke aus: Weisse Pfeile markieren zwei Bunker unmittelbar am Damm |
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Bereits etwas verschattet, aber immer noch markant herausragend: flankierende Anlage am Rheindamm |
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Blick von der Wettsteinbrücke rheinabwärts zur mittleren Rheinbrücke: Ein längst vergessener und sehr schön getarnter Bunker |
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so sieht das ganze aus der Nähe aus... Der Eingang ist auf der Abdeckung. |
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Viel diskreter eingebaut in die Plattform bei der St. Alban-Fähre ist dies Anlage mit Scharten flussauf- und abwärts |
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Tankbarrikadenmagazin an der Wettsteinbrücke; die Strassensperre wurde in den 90er Jahren entfernt. |
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Wer dächte noch, dass an der Finnenbahn der Sportanlage Dorenbach das Mäuerchen einst als Panzersperre gebaut wurde? Sichbar sind noch einzelne Schienen. * bezeichnet einen Bunker im St. Margrethenhügel |
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Auf das "Finnenbahnhinernis" wirkte dieser Infanteriebunker |
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2. Bunker bei St. Margrethen |
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Am Fusse des St. Margrethenhügels Richtung Zoo wirkend eine weitere Anlage |
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Eisenbahnabschnitt mit Geländepanzerhindernis an der Kaltenbrunnerstrasse |
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Zürichs Befestigungen wurden im zweiten Weltkrieg entlang der Limmat
angelegt. Meist handelt es sich um Truppenwerke mit der Ausnahme eines
BBB-Bunkers in einem Pfeiler des Wipkinger Viadukts. Die meisten der
Truppenwerke sind schon längst rückgebaut; anhand des Objektverzeichnisses
Kategorie 9 (BAGF 1992) lässt sich der Verlauf der Befestigung einigermassen
nachvollziehen (Aufnahmen 2001):
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Mg-Bunker im Arboretum...
Mg-Bunker im Arboretum... |
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... mit Vertikaleinstieg |
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Der Steg zum noblen Yachtclub weist zwei flankierende Bunker auf |
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Beim Bauschänzli, an der Quaibrücke verraten nur zwei schmale Scharten die Anwesenheit eines Bunkers |
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Noch belassen ist ein Infanteriekampfstand am Sihlquai - auf eine städtische Anlage aufgebaut |
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Blick auf die Scharte seeseitig |
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im Wipkinger-Viadukt imponiert eine BBB-Doppel-Anlage |
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nur unter der Brücke stehend als solche erkennbar |
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Unter der Hardbrücke war im Jahr 2001 noch ein Bunker in den Geleisen zu sehen... |
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teilweise abgebrochen war bereits ein Pak-Stand |
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Der damalige Rohmaterialbahnhof wurde von einer Tankmauer flankiert |
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Solothurn weist Reste einer barocken Stadtbefestigung auf.
Die Überresten sind heute noch teilweise eindrucksvoll erhalten. Der sog.
Buristurm im Westen der Stadt diente anfangs 20. Jh als Wasserreservoir, 1940
wurde ein Luftschutzkeller eingebaut. Heute spricht man vom "Kulturm", es
besteht ein Kleintheater in der Anlage (vgl. Kunstdenkmäler der Schweiz, Bd 86).
In moderner Zeit waren die Aareübergänge zur Sprengung vorbereitet; davon war aber wenig zu sehen.
Die Rötibrücke ist neu gebaut, die Pionierzündstelle wurde natürlich nicht
erneuert. Die Zündstelle an der Kreuzackerbrücke ist im Juli 2008 entfernt
worden; es verbleibt die an der Eisenbahnbrücke. Der Standort der (allfälligen)
Zündstelle an der Wengibrücke ist mir nicht bekannt.
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Zündstelle an der Eisenbahnbrücke über die Aare |
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Pionierzündstelle mit Blick auf die Kathedrale |
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Die Zündstelle wurde vandalisiert (Schloss entfernt), was einen Blick ins Innere ermöglichte |
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leider wurde bald darauf die Zündstelle im Rahmen der Sanierung des Kreuzackerplatzes zerstört; hier der Deckel mit Hebevorrichtung nach dem Herausreissen |
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Der mächtige Buristurm oder eben "Kulturm" von Norden her gesehen |
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Panzertüre auf Strassenhöhe |
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Panzertüre auf Höhe des ersten Stocks |
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